Mehrere hundert Millionen Euro – so hoch betiteln Filmverleiher die Schäden durch Raubkopien in Deutschland jährlich. Inzwischen wurde der Einsatz von Nachtsichtgeräten in Kinos erprobt.
Gerade Jugendliche sind ich häufig nicht darüber im Klaren, dass das Abfilmen einer Kinoleinwand alles andere als ein Kavaliersdelikt ist. Da wird schon einmal das Handy Richtung Leinwand gehalten, ohne sich über die Folgen im Klaren zu sein. Daher will Christine Ehlers von der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) den Einsatz von Nachtsichtgeräten auch in erster Linie als Abschreckungsmaßnahme verstanden wissen. Der Einsatz von Nachtsichtgeräten beim Kinostart von “Harry Potter und der Halbblutprinz” insbesondere in Magdeburg hatte Datenschützer auf den Plan gerufen. Vgl. hierzu “Nachtsichtgeräte im Kino”.
Eine Bestellung von 600 Nachtsichtgeräten für deutsche Kinos half nicht dabei, die Besucher zu beruhigen. Der ein oder andere dürfte eine etwas weniger entspannte Zeit auf seinem Kuschelsitz verbracht oder auch öfters mal neben die Leinwand geschaut haben. Nach Auskunft der Zukunft Kino Marketing GmbH sollen die Geräte in unregelmäßigen Abständen und nur bei Verdachtsfällen eingesetzt werden. Eine feste Installation der Technologie in den Kinosälen ist nicht geplant.
Inzwischen hat sich die Aufregung gelegt, die um die Verwendung von Nachtsichtgeräten in deutschen Kinos zwischenzeitlich herrschte. Ob Warner Bros. oder andere Filmverleiher wieder zu dieser Methode greifen werden, ist derzeit nicht bekannt. Wenn in einem Kino Nachtsichtgeräte eingesetzt werden sollen, muss dies den Kunden bereits vorab an der Kinokasse mitgeteilt werden. Nach einer Anordnung des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt haben sich die Kinobetreiber dazu verpflichtet. Eine Speicherung der Daten erfolgte bislang nicht, da die eingesetzten Nachtsichtgeräte in der Regel nicht über eine Aufnahmefunktion verfügen. Sollte das einmal geplant sein, käme allerdings das Bundesdatenschutzgesetz zum Einsatz und die Vorgänge im Dunkel der Kinosäle müssten neu untersucht werden.
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